Hirschwang - Kaiserbrunn - Knofeleben - Eng - Hirschwang

Überblick

Einleitung

Am 5. Oktober 2013 machte ich mich mit meinen ehemaligen Silver Server-Kollegen Christian und Helmut in aller Herrgottsfrühe (7:55 Uhr) vom Parkplatz bei der Kirche in Hirschwang auf, um das Wasserleitungsmuseum in Kaiserbrunn und das neue Naturfreundehaus auf der Knofeleben zu besuchen.

Abbildung 1: Die Route
Abbildung 1: Die Route
Im Detail hier ersichtlich.



Eigentlich war das als eine Fortsetzungswanderung vom 20. April geplant. Damals gingen wir den Wasserleitungsweg von Bad Vöslau bis Mödling. Christian hatte ursprünglich eine Wanderung von Kaiserbrunn nach Gloggnitz vorgeschlagen, wobei ich allerdings nur den Radweg von Gloggnitz nach Payerbach kannte und vermutete, dass wir sehr viele Straßenabschnitte zu bewältigen hätten.

So kam es, dass wir an diesem glücklicherweise sonnigen Samstag zu einer größeren Bergrunde aufbrachen, die mit dem interessanteren Abschnitt des Wasserleitungswegs von Hirschwang nach Kaiserbrunn startete. Dies war aber auch der einfachere Teil unserer Wanderung.

Abbildung 2: Blick auf den Mittagsstein
Abbildung 2: Start der Wanderung mit einem Blick auf den Mittagsstein



Von Hirschwang nach Kaiserbrunn

Zunächst durchwanderten wir noch Hirschwang entlang der Bundesstraße, die durch das Höllental führt. Aber noch bevor wir zur Talstation der Rax-Seilbahn kamen, bogen wir rechts hinein und überquerten den Mühlbach. An dieser Stelle bot sich ein wunderschöner Blick hinauf zum Schneeberg.

Abbildung 3: Blick von Hirschwang hinauf zum Schneeberg
Abbildung 3: Blick von Hirschwang hinauf zum Schneeberg



Danach ging es entlang auf wunderschönen Waldwegen, die teilweise auch durch felsiges Terrain führten, bis hinauf zur ersten wundervollen Aussicht über das Höllental und die Schwarza. (Auf dem nächsten Bild durfte ich keinen Schritt mehr zurück machen, ...

Abbildung 4: Aussicht ins Höllental
Abbildung 4: Aussicht ins Höllental



... denn wie man an meiner entspannten Körperhaltung sieht geht es dahinter etwas steiler runter!)

Abbildung 5: Blick hinab auf die Schwarza
Abbildung 5: Blick hinab auf die Schwarza



Hin und wieder nahmen wir den Geruch von frischer Farbe war, aber wir sahen keine Wegmarkierungen, die vor uns frisch gepinselt wurden. Jetzt vermutete ich schon, dass entweder ein gemeiner Typ diese Markierungen knapp vor uns mit Nagellackentferner beseitigt hatte, oder dass der Apfel in Helmuts Rucksack, der sich später als Pfirsich entpuppte, einen strengen Verfaulungsgeruch angenommen hatte. Erst als wir das erste Mal die Höllentalstraße querten, wussten wir was es war: Die Straßenmarkierung war frisch gezogen worden. Und das nahm man auch abseits der Straße hin und wieder wahr.

Man kommt auch an Stellen vorbei, bei denen man glauben könnte man ist in der Karibik, weil man an einem Sandstrand steht, an denen die Schwarza ein wunderschönes Azurblau aufweist und dahinter die Felswände empor ragen. Lediglich die Luft und Wassertemperatur ist empfindlich kälter. Ich glaube selbst im Hochsommer liegt die Wassertemperatur unter 20 Grad.

Abbildung 6: Karibisches Höllental
Abbildung 6: Karibisches Höllental



Um 9:15 Uhr erreichten wir Kaiserbrunn. Dort machte sich gerade eine ganze Gruppe auf, um einen Klettersteig zu meistern. Wir hatten aber ganz andere Ambitionen und sahen uns daher zunächst die Ausstellungsstücke des Wasserleitungsmuseums im Freien an. (Das Museum öffnete nämlich erst um 10 Uhr.)

So konnte ich auch meinen Selbstauslöser beim Fotoapparat testen, um uns 3 vor dem ersten Wasserleitungs-Kontrolleinstieg zu knippsen. (Ich hätte ja schon aufgegeben, aber nachdem Christian mich mit "Was bist Du für ein Techniker?" anfeuerte, schafften wir es nach einigem Probieren den Knipsomat von selbst fotografieren zu lassen.)

Abbildung 7: Kontrolleinstieg für die Hochquellwasserleitung Nummer 1
Abbildung 7: Kontrolleinstieg für die Hochquellwasserleitung Nummer 1



Meine Körperhaltung war noch immer nicht sehr entspannt, obwohl ich Zeit genug hatte, um mich in Pose zu werfen. Wahrscheinlich war mir nur allzu bewusst, was noch alles auf uns wartete. Aber Professor Helmut Wandl konnte mich wieder erfolgreich auflockern, in dem er mir fachkundig die Funktionsweise der Francis-Spiralturbine näher brachte.

Abbildung 8: Professor Helmut Wandl und die Francis-Spiralturbine
Abbildung 8: Professor Helmut Wandl und die Francis-Spiralturbine



Und zur Vollständigkeit gibt es noch ein Bild von einem Wanderinformatiker, der durch die Röhre schaut. (Das Ding dürfte wohl so ein Stück von einem Abflussrohr sein, wie es in jedem ordentlichen Klo verbaut ist.)

Abbildung 9: Wanderinformatiker schaut durch die Röhre
Abbildung 9: Wanderinformatiker schaut durch die Röhre



Von Kaiserbrunn auf die Knofeleben

Nach einer Stärkung im Restaurant in Kaiserbrunn mit interessanten Informatiker-Themen wie
  • Unittests mit Python,
  • Javascript-Spiele-Libraries für Kinder bis 6 Jahre, die für uns Erwachsene schwer zu testen sind, weil diese ab 6 Jahre aufwärts gesperrt sind,
  • oder XML-basierte Workflow-Systeme, die kein Mensch so brauchen kann
hatte auch das Wasserleitungsmuseum seine Pforten für uns geöffnet. So konnten wir die Ausstellungsräume anschauen und auch den Kaiserbrunn selbst besichtigen. Dort konnte man wunderschön auf das klare Quellwasser hinabblicken, während es im Schauraum angenehm warm war, damit die Fensterscheiben nicht beschlagen.

Abbildung 10: Ein Blick hinab auf den Kaiserbrunn
Abbildung 10: Ein Blick hinab auf den Kaiserbrunn



Es wäre auch noch möglich gewesen, einen 20 Minütigen Film anzusehen, aber da es bereits 11:20 Uhr war, brachen wir auf, um unser nächstes Ziel, das Naturfreundehaus auf der Knofeleben, zu erreichen.

Das war nun ein Streckenabschnitt, der mein Wanderinformatiker-Herz höher schlagen ließ. Und deshalb musste ich immer wieder stehen bleiben, um meinen Puls runterkommen zu lassen und die schönen Aussichten hinüber zur Rax und hinauf zum Schneeberg zu genießen.

Abbildung 11:  Ein Blick hinunter auf 2 Wanderinformatiker
Abbildung 11: Ein Blick hinunter auf 2 Wanderinformatiker
Im Hintergrund die Rax, rechts geht es hinauf auf den Schneeberg.



Die meiste Zeit geht es auf einem Waldweg steil bergauf. Der Weg wies allerdings viele Spitzkehren auf, an denen wir im Eifer des Gefechts manchmal gerade weitergingen. Wir versuchten in diesen Fällen aber so schnell wie möglich wieder auf den Weg zurück zu finden. Markant sind einige Abschnitte, bei denen man Felsen umgeht. Manche davon waren sogar nummeriert, wohl um sicher zu stellen, dass sie nicht entwendet werden. Danach folgte eine steile Stelle, bei der man sich mit Hilfe von Seilen über eine Schotterrinne hinaufarbeitet. Ist man dann durch einen weiteren Waldabschnitt durch, findet man sich auf einem Güterweg wieder, dem man einige Serpentinen lang folgt.

Abbildung 12: Helmut auf dem Güterweg vor einer Aussicht auf den Schneeberg
Abbildung 12: Helmut auf dem Güterweg vor einer Aussicht auf den Schneeberg



Dort nahmen wir auch die ersten beiden "Zumpfis" wahr. Das eine "Zumpfi" war das Gipfelkreuz vom Klosterwappen, dem höchsten Punkt Niederösterreichs mit 2076 Metern Seehöhe. Das andere war das Gipfelkreuz vom Waxriegel, der direkt über der Bergstation der Zahnradbahn vom Schneeberg liegt.

Nachdem der Güterweg ja nicht steil genug war, mussten wir dann wieder abbiegen, um uns das letzte steile Waldstück zu geben. Dabei kamen Erinnerungen hoch als Helmut und ich gemeinsam mit Ali diese Strecke Ende Oktober gegangen waren. Dabei lag in diesem Abschnitt bereits fast ein Meter Schnee. Umso anstrengender war dieses Teilstück zu diesem Zeitpunkt. Ohne jegliche Schneeausrüstung quälten wir uns damals da durch. So gesehen war es diesmal umso einfacher.

Nach diesem Abschnitt sahen wir das letzte "Zumpfi" des Tages: Das Gipfelkreuz vom Krummbachstein, zu dessen Füßen dann das Naturfreundehaus Knofeleben liegt. An dieser Stelle stand früher das Friedrich-Haller-Haus, das einem Brand zum Opfer fiel. Nun wurde eine moderne Berghütte aufgebaut, die wohl sehr viel Platz für Übernachtungen lässt und auch große Räume für die Bewirtung zur Verfügung stellt. Photovoltaikanlagen sorgen zudem für die nötige Stromversorgung. Und die Verpflegung hier war sowieso immer spitze.

Abbildung 13: Naturfreundehaus Knofeleben
Abbildung 13: Naturfreundehaus Knofeleben



Wir kamen um 14 Uhr im Naturfreundehaus an und benötigten somit um 10 Minuten länger als die angegeben zweieinhalb Stunden. Aber ich nehme die Verspätung auf meine Kappe und die meines höher schlagenden Wanderinformatikerherzens.

Über die Eng zurück nach Hirschwang

Im Naturfreundehaus Knofeleben hatten wir ein ausgiebiges Mahl. So kämpfte Christian mit einem Hüttenpfandl, das zwar sehr gut, aber auch sehr viel war. Nachdem er es besiegt hatte, brachen wir in etwa um 15 Uhr, 33 Minuten, 33 Sekunden und wohl auch 33 Hundertstel auf, um durch die Eng wieder zurück ins Tal zu marschieren. Der Weg führt zunächst die ersten 30 Minuten durch den Wald. Ab dann werden immer mehr Felsen sichtbar, bis man dann vorbei an den Holzriesen durch die ca. 10 Meter breite Eng zwischen Felswänden durchgeht. Die Holzriesen sind dabei aus Holzstämmen gebaute Rinnen, in denen früher die Holzstämme in das Tal gerutscht worden sind.

Abbildung 14: Christian und Helmut in der Eng auf den nachgebauten Holzriesen
Abbildung 14: Christian und Helmut in der Eng auf den nachgebauten Holzriesen



Am Ende der Eng muss man noch ein kurzes Stück auf einem Weg, der an einem großen Felsen entlang führt, gehen. Von dieser Stelle aus hatten wir einen Blick auf den Sonnwendstein, also den Berg mit dem "Riesen-Zumpfi", dem Sendemasten. Danach hatte uns der Wald wieder und wir bogen ab in Richtung Reichenau. Außerhalb des Waldes nahmen wir auf dem nächst besten Bankerl Platz, warfen einen Blick zurück auf die Eng und ließen es mit einigen Bauernregeln krachen:
  • Ich: "Wenn die Viecha am Hof a Bankerl reißen, muss der Bauer selber aufs Feld scheißen!"
  • Christian: "Verliert der Bauer im Herbst die Hose, war der Bund im Mai schon lose."
  • Ich: "Ist die Bäurin alt und betagt, beglückt der Bauer halt die Magd."


Abbildung 15: Ein Blick zurück auf die Eng
Abbildung 15: Ein Blick zurück auf die Eng



Nach diesem intelektuellen Höhepunkt marschierten wir um 17:25 Uhr in Reichenau ein und wanderten dann den Radweg entlang zurück nach Hirschwang. Diese Strecke war leider nicht mehr allzu schön, aber das mussten wir in Kauf nehmen, um wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt zu kommen. Dies gelang uns knapp nach 18 Uhr.

Fazit

GPS Distanzen

Ort Zeit Dauer
Abschnitt
km
Abschnitt
km/h
Abschnitt
Dauer
Gesamt
km
Gesamt
km/h
Gesamt
Hirschwang
502 m
07:55 - - - - - -
Kaiserbrunn Ankunft
532 m
09:15 1 h 20 m 5,01 3,75 1 h 20 m 5,01 3,75
Kaiserbrunn Aufbruch
532 m
11:20 - - - 1 h 20 m 5,01 3,75
Knofeleben Ankunft
1248 m
14:00 2 h 40 m 6,33 2,37 4 h 00 m 11,33 2,83
Knofeleben Aufbruch
1248 m
15:33 - - - 4 h 00 m 11,33 2,83
Reichenau
492 m
17:25 1 h 52 m 5,85 3,13 5 h 52 m 17,18 2,93
Hirschwang
502 m
18:02 37 m 2,72 4,40 6 h 29 m 19,90 3,07


Direkte Distanzen (Höhenmeter inkludiert)

Ort Zeit Dauer
Abschnitt
km
Abschnitt
km/h
Abschnitt
Dauer
Gesamt
km
Gesamt
km/h
Gesamt
Hirschwang
502 m
07:55 - - - - - -
Kaiserbrunn Ankunft
532 m
09:15 1 h 20 m 5,06 3,79 1 h 20 m 5,06 3,79
Kaiserbrunn Aufbruch
532 m
11:20 - - - 1 h 20 m 5,06 3,79
Knofeleben Ankunft
1248 m
14:00 2 h 40 m 6,53 2,45 4 h 00 m 11,59 2,90
Knofeleben Aufbruch
1248 m
15:33 - - - 4 h 00 m 11,59 2,90
Reichenau
492 m
17:25 1 h 52 m 6,00 3,21 5 h 52 m 17,58 3,00
Hirschwang
502 m
18:02 37 m 2,72 4,42 6 h 29 m 20,31 3,13


Für die Strecke von Kaiserbrunn auf die Knofeleben habe ich mir die Vorgabezeit von 2 Stunden und 30 Minuten notiert. Da waren wir 10 Minuten langsamer.

Die Landschaft bei dieser Wanderung ist einmalig:
  • Zunächst entlang der Schwarza auf schönen Waldwegen, die manchmal die Höllental-Straße queren.
  • Danach teilweise recht steil den Berg hinauf mit einzigartigen Aussichten auf Rax und Schneeberg.
  • Zum Abschluss hinab durch die Eng vorbei an den Holzriesen und spektakulären Felsklippen.
Auch die Einkehrmöglichkeit im neu errichteten Naturfreundehaus Knofeleben ist sensationell. Die Strecke ist zwar anstrengend, doch ich würde das jederzeit wieder gehen. (Naja, jederzeit nicht. Wenn halt kein Schnee liegt!)