Mit meinen ehemaligen Studienkollegen Ali und Christian hatte ich ja schon länger vor, wieder einmal
eine Wanderung in Angriff zu nehmen. Leider konnte Ali aus persönlichen Gründen nicht an einer Wanderung
teilnehmen. Christian hatte allerdings am Samstag, den 2. Oktober Zeit und so trafen wir uns
knapp nach 9:00 Uhr am Bahnhof in Payerbach.
Christian kam klarerweise mit dem Zug aus Wien und ich wurde
von meiner Frau und meiner Tochter nach Payerbach gefahren. Nachdem wir auf den letzten Metern
den Wiesel-Zug, in dem Christian saß, abgehängt hatten, konnte ich Christian gerade rechtzeitig vor dem
Bahnhofsgebäude abfangen.
Da das Wetter an diesem Tag ein Traum war, stiegen mit Christian auch viele andere Wanderer aus dem Zug aus.
Wir begrüßten uns nur kurz, aktivierten unsere GPS-Tracker und dann ging es auch schon los.
Zunächst mussten wir mal runter vom Payerbacher Bahnhof. Da suchten wir nur kurz den Weg, der rechts
neben dem Friedhof über Stufen hinunter führte. Dann vorbei beim
Payerbacher Hof, wo ich noch vor
zwei Wochen hervorragend gegessen hatte. (Ich musste auf dem Weg da hinunter natürlich die
wichtigsten Sachen von
meiner Wanderung vor zwei Wochen mit Conny erzählen.)
Dann überquerten wir die Bundesstraße bei der berühmten Payerbacher Ampel und schon ging es über die
Schwarza. Dort - und das ist mir
auch noch nie aufgefallen - ist ein schöner Bilderrahmen aufgestellt worden,
der einen Blick auf die Rax umrahmt. Jetzt war es
ja schon fast peinlich, dass wir nach diesen paar hundert
Metern gleich mal die Rucksäcke abstellten und Fotos machten. Aber es hat einfach super gepasst. Oder?
Abbildung 1: Christian hat ein Bild von der Rax mitgebracht, das er mir beim Überqueren der
Schwarza in Payerbach überreichte.
Aber wir sollten an diesem Tag noch viel schönere Aussichten auf die Rax erleben. Aber zunächst ging es vorbei
an den Aufbauten für den Jakobi-Kirtag, der an diesem Tag in Payerbach stattfand. Er sollte aber erst um 10 oder 11 Uhr
eröffnet werden.
Wir ließen uns nicht ablenken und gingen einfach daran vorbei und die Straße in Richtung Kreuzberg hinauf. Dabei spazierten
wir unter der Südbahn durch, die ja in Payerbach eine Kehre zog und somit die Ortschaft von 3 Seiten eigentlich
einschließt. Schon an dieser Stelle mussten wir ein paar Mal den Autos ausweichen, aber nach der Unterquerung der
Südbahnstrecke ging es dann für ein paar hundert Meter auf einem Weg rechts neben der Straße geschützt im Wald
dahin.
Leider mussten wir dann aber noch Mal auf die Straße zurück und da kamen uns doch wieder einige Autos entgegen.
Aber letztlich schafften wir es zur Abzweigung, die dann rechts hinauf Richtung Stojer-Höhe und in weiterer
Folge zur Speckbacherhütte führte.
Dieser Weg ist ein schöner Waldweg, der etwas steiler hinaufführt. Allerdings nicht ganz so steil, wie
der Weg, den ich vor zwei Wochen auf die Bodenwiese hinaufgegangen bin. Dennoch reicht die Steilheit,
um einen Wanderinformatiker, wie mich, der ja nur mehr selten wandern geht, schön außer Atem zu bringen.
Ich erzählte Christian, wie es mir damals
bei meiner Wanderung mit Johann ging, wo wir unter
anderem über die Pluto-Mission von New Horizons
redeten. Und so vergeht die Zeit zwischen den Wanderungen.
Da denkt man, dass es irrsinnig lange dauert, dass eine Raumsonde zu einem Planeten fliegt und dann dauert es
aber für mich genau so lange, um eine Wanderroute wieder zu begehen.
Auf den steileren Stellen dieses Weges nervte ich Christian mit folgenden Themen:
Der Weg wurde dann im Wald etwas flacher. Auf der linken Seite gab es eine Waldlichtung. Wir blieben
mit unserem Weg noch ein Stückchen im Wald bis es dann letztlich doch aus dem Wald hinaus ging und man
die ersten schönen Ausblicke vor allem auf den Mittagstein, die Eng und den Saurüssel erhaschen konnte.
An dieser Stelle sagte ich dann schon zu Christian, dass es heute nur an uns selbst liegen würde,
wenn wir keine schönen Fotos von den Bergen mit nach Hause bringen.
Es ging dann noch über eine kleine Kuppe mit ein paar Bäumen und einem Bankerl, und dann waren
wir offiziell auf der Stojer-Höhe angekommen. Es war zirka 10:25 Uhr und wir waren somit etwas länger
als eine Stunde unterwegs gewesen.
Ein Stückchen unterhalb der Bank machte ich folgendes Panorama-Bild von der Rax, dem
Schneeberg und dem
Mittagstein, der gerade zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Wanderbericht schreibe, in Flammen steht.
(Auf noe.orf.at wurde am 26. Oktober 2021 getitelt:
"Größter Waldbrand, den es je gab" - Der Waldbrand in Hirschwang an der Rax (Bezirk Neunkirchen) ist auch
Dienstagabend nicht unter Kontrolle. 115 Hektar Wald sind mittlerweile vernichtet, laut Feuerwehr handelt
es sich mittlerweile um "den größten Waldbrand, den es je in Österreich gab".)
Abbildung 2: Ein Panorama-Bild von der Aussicht auf der Stojer-Höhe hinüber zu Rax, Schneeberg und
Mittagstein
(Sowas sieht man übrigens auch auf dem Klo vom Payerbacher Hof, wie ich das
hier beschrieben hab :-D)
((Für Suchbildrätsel-Freunde findet sich auch Christian auf diesem Bild wieder.))
Weil die Aussicht an dieser Stelle so einzigartig ist, hat man sie wohl auch beim Payerbacher Hof auf die Klo-Wand geklebt. Aber wir nutzten diese Stelle einfach, um viele Bilder zu machen. Wie ich schon vorher erwähnt habe, weiß man nie, wann solche Naturgebiete - aus welchen Gründen auch immer - zerstört werden. Deshalb kann es nie schaden, solche Bilder herzuzeigen.
Abbildung 3: Hier noch einmal nur die Rax von der Stojer-Höhe aus.
Von der Rax sieht man die ganze Südseite en-detail: Die Heukuppe, den Predigtstuhl, die Preiner Wand,
das Ottohaus bis hin zur Bergstation der Rax-Seilbahn, um nur ein paar markante Orte zu nennen, die mir spontan einfallen.
Danach trennt das Höllental die Rax vom Schneeberg-Gebiet. Der Schneeberg ragt dann im Hintergrund hinauf. Das
folgende Bild konzentriert sich aber auf den Mittagstein, der wieder durch die Eng vom Saurüssel getrennt wird.
Für mich ist dieses Bild besonders interessant, da ich schon viele Male durch die Eng gewandert bin und man so
diesen imposanten Weg von einer ganz anderen Perspektive sieht.
Abbildung 4: Und hier sieht man noch einmal den Mittagstein und den Saurüssel.
Diese beiden Berge werden nur durch "die Eng" getrennt. Hinter dem Mittagstein sieht man noch die
Spitze des Schneebergs, das Klosterwappen.
Dann war es an der Zeit ein paar Schritte weiterzugehen. Aber die Stojer-Höhe bietet natürlich gleich wieder schöne Eindrücke. Und so fotografierte ich mal Christian mit Baum vor dem Ansichtskarten-Hintergrund vom Schneeberg und dem Mittagstein.
Abbildung 5: Christian vor dem wunderschönen Mittagstein im Hintergrund.
Der Weg, den man im Hintergrund von Christian sieht, führt dann nach
Reichenau hinunter.
An dieser Stelle hat uns übrigens eine Familie mit dem Navi überholt. Ich hörte, dass sie in 300 Meter
weiter gerade aus gehen mussten. Ich vermutete mal, dass sie auch zur Speckbacherhütte raufgingen.
Ein Stückchen weiter kommt man dann auch zur Kapelle auf der Stojer-Höhe. Da hab ich dann mal Christian
gebeten, von mir ein Foto zu machen, sonst glaubt mir ja keiner, dass ich hier war.
Außerdem hab ich schon vom letzten Wanderbericht eine Kritik bekommen, dass von mir kein normales Foto dabei war.
Da stellt sich die Frage, ob es von mir ein normales Foto geben kann, denn
auch auf diesem Foto zeichneten sich natürlich wieder die überstandenen Anstrengungen ab. Aber ich kann ja nicht
nach jeder Steigung das Leiberl wechseln. (Da müsste ich ja einen G'wand-Kasten mitschleppen.)
Abbildung 6: Ich vor der Kapelle auf der Stojer-Höhe. Hinter mir führt ein Weg nach Reichenau.
(An dieser Stelle habe ich von Johann schon mal ein Foto gemacht. Das kann man hier sehen.)
Auch wenn man sich an den Aussichtspunkten der Stojer-Höhe nicht satt sehen kann, muss man dann doch einmal weiter. Und es geht dann wieder etwas bergauf im Wald. Aber bis zur Speckbacherhütte wurde es nicht mehr allzu steil. Gleich im Wald angekommen, sieht man folgende lustigen Holzskulpturen:
Abbildung 7: Zwei interessante Holzfiguren auf dem Weg hinauf zur Speckbacherhütte gleich nach der Stojer-Höhe.
Außerdem gibt es auf der rechten Figur gleich eine Notiz von jemandem, der mit dieser Darstellung anscheinend nicht zufrieden war.
Die Notiz auf dem männlichen Holzerich hat uns dann zu einer Diskussion über unsere derzeitige
Aufregungskultur geführt. Wir waren beide der Meinung, dass man sich derzeit über viel zu viel aufregt, statt
einfach den Dialog zu suchen und auch andere Meinungen zu akzeptieren. Vor allem sind die Themen, worüber wir
uns gerade so aufregen, oft Kleinigkeiten, gegenüber den Problemen anderer Menschen in Kriegsgebieten.
Der Weg führte uns dann in weiterer Folge vorbei an einer kleinen Kapelle, wo man aber nur reinschauen konnte.
Es wäre wohl nicht mal für eine Person Platz darin gewesen. Danach bewunderten wir einige Pflanzen, die
in Holzgerüsten umzäunt im Wald gestanden sind. Manche Holzgerüste waren schon sehr gebrechlich, aber
sie schützten die Pflanzen darin noch.
An dieser Stelle ergab sich dann im Wald auch ein Ausblick auf den Schneeberg, wo der Mittagstein nicht mehr
"störte". Bei diesem Ausblick sieht man auch die markantesten Punkte des Hochschneebergs: Das Klosterwappen,
die Fischerhütte, den Waxriegel und das
Elisabeth-Kircherl.
Abbildung 8: Eine kleine Lichtung ermöglicht einen Blick auf den Schneeberg, wo man neben dem Klosterwappen auch noch
den Waxriegel und das Elisabeth-Kircherl sehen kann.
Als es dann etwas flacher wurde, ging es vorbei an einem abgezäunten Gebiet, bis wir dann schon auf eine Wegkreuzung kamen, die auf mehrere Ziele auf dem Kreuzberg hinwies. Wir hielten uns rechts, um unser erstes Tagesziel zu erreichen, nämlich die Speckbacherhütte. Wenn man diesen Weg dann geht, eröffnet sich gleich nach dem Wald der Blick auf die Heukuppe, den Predigtstuhl und die Preiner Wand von der Rax.
Abbildung 9: Der obligatorische Blick auf die Rax auf der Zielgeraden zur Speckbacherhütte.
Und wenn man dann die letzten Meter zurückgelegt hat, dann sieht man auch schon die Speckbacherhütte. Außerdem merkt man, dass die Plackerei umsonst war, weil ja eine Straße hier heraufführt. Aber ich finde es wirklich viel, viel schöner hier herauf zu gehen, als mit dem Auto raufzufahren. Allerdings finde ich es auch sehr gut, dass es möglich ist, hierher zu kommen, wenn man nicht so gut zu Fuß ist.
Abbildung 10: Die Speckbacherhütte
Die Speckbacherhütte war sehr gut besucht. Kein Wunder bei diesem wunderbaren Wanderwetter. Im Gastgarten
war schon so gut wie alles besetzt. Wir ergatterten die letzte freie Heurigen-Garnitur, die rechts neben dem
Haupteingang aufgestellt worden war.
Zu Essen bestellten wir uns jeweils eine Suppe und einen Steirischen Backhendlsalat. Und außerdem blieb mir dann
auch ein "Best-Of-Heis'l-Spruch" in Erinnerung:
"Hinterlässt du Spuren Deiner Würste sei so gut benutze die Bürste." war in Weiß auf rotem Hintergrund gestickt und
gerahmt.
Weil so viel los war, setzte sich dann auch eine andere Wandergruppe zu uns. Diese war vom Breitensteiner
Bahnhof herauf gewandert. Wir kamen ein wenig ins Plaudern und erzählten, dass unser Ziel
der Semmering wäre.
Und wenn wir dann noch wollen, gehen wir weiter nach Maria Schutz.
Da meinten sie, was mit uns los wäre.
Aber das mit Maria Schutz war eh nur ein kleiner Scherz. Unser nächstes Ziel war mal
Breitenstein.
Um 12:50 Uhr brachen wir auf und gingen zunächst das kleine Stücke zurück zur Wegkreuzung.
Dort angekommen nahmen wir dann Kurs auf Breitenstein. Dieser Weg lag genau gegenüber von dem Wanderweg, auf dem
wir zuvor heraufgekommen waren. Er führte uns auf einer abgezäunten Wiese bei einem Bauernhof vorbei.
Da sprachen wir darüber, wie schön es wäre so einen Bauernhof auch selbst betreiben zu können und wie viel
Aufwand es ist, all das zu erhalten. Ich merkte an, dass man sich wohl kaum selbst erhalten kann und nebenbei
arbeiten müsse.
Dann ging es steil bergab durch den Wald. Dort nahmen wir einmal aus Versehen sogar eine Abkürzung, die noch
steiler war. Alles nur deshalb weil wir keine Baummarkierung fanden und ich meinte, bergab könne gar nie verkehrt sein.
Bald darauf ging es dann raus aus dem Wald und wir kamen zu der Stelle, die ich einfach nur die "steile Wiese" nenne.
Wenn man die im Sommer hochwandert, kommt man aus dem Schwitzen gar nicht mehr raus und man wird von den
Bremsen nur so gestochen. Aber auch wenn man im Herbst hier raufgeht kommt man schön ins Schnaufen.
Ein Wanderer ging wie eine Dampflok an uns vorbei, dass ich zu Christian sagte: "Hoffentlich macht er eine
Pause, bevor er umfällt."
Wenn man diese Wiese aber von oben herunter geht, so eröffnen sich wunderschöne Ausblicke gleich nach dem
Wald. Einen will ich hier präsentieren:
Abbildung 11: Auf dem Weg vom Kreuzberg hinunter nach Breitenstein kann man folgenden Blick auf die Weinzettlwand werfen.
Auf diesem Bild sieht man die Weinzettlwand von oben. Außerdem erkennt man den Bahnwanderweg von Breitenstein
in Richtung Gloggnitz, der zunächst an dem
grauen Haus vorbei führt und sich dann entlang des Kreuzbergs schlängelt.
Von dort kann man auch über die Wiese zur Weinzettlwand gehen, wo es eine schöne Aussicht gibt. Man findet dort
aber auch einige Tafeln mit der Aufschrift "Kehre um", weil es wohl ein beliebter Platz für Leute ist, die sich
hinunter stürzen wollen. Was man auf diesem Foto leider nicht sieht, ist dass sich hier in der Nähe auch ein
großes Kurzentrum befindet.
Wir gingen weiter die "steile Wiese" hinunter und begegneten einer jungen Wanderer-Truppe. Danach ging es noch
kurz in den Wald bis man dann auf einer wenig befahrenen Asphaltstraße rauskam, der wir bergab folgten.
Während wir auf dieser Straße gingen, kam uns kein einziges Auto entgegen.
Auf dieser Straße sind mir vor allem zwei Dinge aufgefallen: Zum einen gab es gleich in der Nähe, wo
wir auf die Straße kamen den Einstieg zum Pfeffer-Steig, den ich bis dahin noch nicht kannte. Da dachte ich mir
schon, den müsste ich auch mal gehen. Zweitens gab es dann einen Gedenkstein, der daran erinnerte, dass auch in
Breitenstein Juden vertrieben worden sind. Ein unserer Meinung nach sehr wichtiger Gedenkstein.
Bald darauf gab es dann einen kurzen Abschneider durch den Wald. Wir kamen dann wieder auf die Straße raus und
folgten der Straße bis wir zum Bahnübergang nach Breitenstein kamen. Dort scherzten wir noch, dass jetzt
wahrscheinlich gleich der Schranken zumachen würde, wenn wir rübergehen wollen. Und tatsächlich fing die
Bahnübergangsampel an gelb zu leuchten. Also legten wir dann schnell ein paar Laufschritte ein und
hatten es so ohne Wartezeit nach Breitenstein geschafft.
Zunächst gingen wir an der oberen Seite der Kirche vorbei hin zu einer Spitzkehre, wo der Bahnwanderweg in
Richtung Gloggnitz nach links abzweigte. Danach marschierten wir unterhalb der Kirche vorbei, wo ich mich schon auf den
Anblick des Kinderspielplatz freute. Aber den gab es nicht mehr. Aus diesem Grund musste ich folgendes
Vergleichsfoto dieser Stelle zwischen der
Wanderung vom März 2014
und dieser Wanderung erstellen:
Abbildung 12: Eine Gegenüberstellung vom Breitensteiner Spielplatz einst und jetzt.
Auch auf dem Wikipedia-Artikel zu Breitenstein ist ein Bild, wo der Spielplatz unterhalb der Kirche noch ersichtlich ist. Außerdem sieht man darauf auch eine etwas steilere Abkürzung von der Asphaltstraße, die wir früher öfters gewandert sind.
Danach machte diese Asphaltstraße noch einmal eine Kehre und dort bogen wir dann nach rechts ab und gingen
in einem Waldweg hinunter zum unteren Teil von Breitenstein. Dieser Weg verfügte ebenfalls über mehrere
Kehren, damit es nicht zu steil wurde. Uns kamen an dieser Stelle mehrere ältere Spaziergänger entgegen.
Unten angekommen, machten wir uns auf dem Gehsteig auf in Richtung Blunzenwirt, der ja jetzt eigentlich
eine Blunzenwirtin war. Das haben wir übrigens schon oben auf der Speckbacherhütte erfragt, wo wir uns
laut die Frage gestellt haben, ob es den Blunzenwirt überhaupt noch gibt.
Auf dem Weg zur Blunzenwirtin sahen wir dann eine Wegweiser nach links weg, der ebenfalls zum Semmering
raufführte. Aber es war anscheinend ein neuer Weg, den ich noch nicht kannte und der wesentlich schneller
zum Semmering führen sollte als der Bahnwanderweg, den ich mit Christian vor hatte zu gehen.
Und da wir jetzt wieder mehrere Möglichkeiten hatten, unsere Wanderung fortzusetzen, gab es eine ...
Wie bei meiner letzten Wanderung in Breitenstein gab es wieder etwas zu entscheiden bei der Blunzenwirtin.
Damals war die Entscheidung, ob wir über die Speckbacherhütte nach Payerbach gehen wollten oder über
den Bahnwanderweg nach Gloggnitz. Doch diesmal waren wir in die andere Richtung unterwegs, und so war
zu entscheiden, ob wir den neuen kurzen Weg rauf zum Semmering gehen sollten, oder den Bahnwanderweg, so
wie ich ihn kannte. Als Entscheidungshilfe diente ein großes Bier.
Wir saßen auf der Veranda neben dem Eingang zur Blunzenwirtin und entschieden uns dann den längeren, alt
bekannten Weg rauf zum Semmering in Angriff zu nehmen. Wir überprüften schon mal kurz die Zugverbindungen,
die für uns interessant werden könnten, wollten uns aber dann nicht auf eine Ankunftszeit festlegen, weil
das ja nur unnötigen Stress gebracht hätte. So brachen wir um 14:40 Uhr zu unseren letzten Etappe auf.
Zunächst wollte ich gleich eine Abkürzung zurück auf die Kalte-Rinne-Straße einschlagen, die es so aber nicht mehr gab.
Also mussten wir wieder vor dem Wirtshaus vorbeigehen. Daraufhin folgten wir länger der Straße hinein in den Adlitzgraben, auf der uns
schon sehr viele Wanderer entgegen kamen. Von dieser Straße aus machte ich nochmal ein Foto hinauf zur
Semmering-Bahn:
Abbildung 13: Die Polleros-Wand von der Kalte-Rinne-Straße aus gesehen.
Die Straße, die man links unten im Bild noch sieht, führte dann weiter hinauf vorbei an einem
Fußballplatz auf der rechten Seite. Dies war bisher immer die Stelle, an der ich vom Bahnwanderweg
auf diese Straße herauskam. Wir sahen aber, dass die Wanderer von weiter oben noch die Straße
herunter wanderten. Also entschieden wir uns das zu erkunden und folgten weiter der Kalte-Rinne-Straße.
Kurze Zeit später kamen wir zum Kalte-Rinne-Viadukt. An dieser Stelle trafen wir auch einen alten
Bekannten wieder. Den Pfeffer-Steig! Man findet dort auch eine Tafel die folgendes besagt: "Beginnend am
Attersee-Mosaik an der Kalte-Rinne-Straße, führt der Weg durch das Krausel-Viadukt Richtung Norden."
Unter anderem führt dieser Weg dann auch wieder zur Abzweigung hinauf zur Speckbacherhütte. Das heißt, wenn man
den Pfeffer-Steig geht, dann könnte man Breitenstein umwandern.
Wir gingen unter dem Kalte-Rinne-Viadukt durch und bogen danach links bergauf in den Wald. Hier ging es zunächst
etwas steiler einen Sand- oder Güterweg hinauf zum Ghega-Museum. Vor dem Ghega-Museum führte dann ein
schmaler Waldweg vorbei an einem Aussichtspunkt, wo man sehr schön die Polleros-Wand und das Kalte-Rinne-Viadukt
sehen kann.
Abbildung 14: Nocheinmal die Polleros-Wand oberhalb des Ghega-Museums. Man sieht auch die Südbahnstrecke über das Kalte Rinne Viadukt
Dann führte der Waldweg bei einer Kehre auf jenen Güterweg, den ich normalerweise runter auf die
Kalte-Rinne-Straße folgte. Somit verpasste ich eigentlich immer das Ghega-Museum und das Kalte-Rinne-Viadukt.
Nachdem dies auch geklärt war, folgten wir dem Bahnwanderweg, so wie ich ihn kannte, zunächst auf dem
Güterweg, dann links hinein in den Wald.
In weiterer Folge konnte man auf Informationstafeln viel Wissenswertes über die Semmering-Bahn nachlesen.
Auf dem Weg, der dann wieder wesentlich schmäler wurde, ergaben sich hin und wieder Aussichten auf Breitenstein und dann
schon auf das Adlitzgraben-Viadukt unter dem die Semmering-Straße von Breitenstein aus durchging.
Man hätte also den Weg auch hier über die Semmering-Straße von der Blunzenwirtin weg abkürzen können. Aber es ist viel
schöner, wenn man das Viadukt zunächst von oben sieht, dann daran in der Höhe der Bahngeleise vorbeigeht und abschließend
noch darunter durchmarschiert.
Auf der Höhe der Bahngeleise packte ich mal die Äpfel aus, die ich von unserem Rodl-Apfel-Baum mitgenommen hatte,
und wir aßen sie im Gehen. Nachdem wir unter dem Viadukt durchgegangen waren, ging es wieder länger bergauf.
Bei diesem Weg gab es wieder einen Aussichtspunkt, um das Adlitzgraben-Viadukt zu fotografieren.
Dann geht es ab in den Wald, wo so manche weitere Aussichtsstelle schon wieder von Bäumen zugewachsen war.
Man geht dann an meinem Highlight der Sat-Schüssel auf dem abgesägten Strommasten und beim Golfhaus Geiger
vorbei. Danach geht es ein Stück auf der Adlitzgraben-Straße dahin. Am Rande dieser Straße trafen wir
einen Holzknecht, der nach getaner Arbeit gerade rastete und uns versicherte, dass bald wer käme und das
Holz abholen würde.
Dann bogen wir wieder in den Wald ab. Dort trafen wir einen Spaziergänger mit Hunden, der uns erklärte, dass wir
am schnellsten zum Semmering kämen, wenn wir einfach wieder auf die Straße zurückgehen würden. Die Hunde
hatten mich übrigens sehr lieb und kuschelten sich zu mir. Wir versicherten dem Herrn, dass wir uns eh ein
bisschen hier auskennen würden, und gerne den Umweg gehen würden, weil wir noch ein paar Aussichten
abzuhaken hätten.
Also blieben wir auf dem Waldweg und kamen dann zu jener Stelle, wo man das frühere Motiv der 20-Schilling-Banknote mit
Carl von Ghega ansehen kann: Den
sogenannten 20-Schilling-Blick.
Abbildung 15: Der 20-Schilling-Blick zurück auf die Polleros-Wand vom Bahnwanderweg hinauf zum Semmering
Auf dieser Aussicht sieht man links das Kalte-Rinne-Viadukt daneben die Polleros-Wand mit dem Krausel-Viadukt.
Dahinter zeichnet sich die Rax ab.
Von dieser Stelle aus habe ich dann auch noch ein Foto in die andere Richtung hin zur Weinzettlwand gemacht.
Auf diesem Bild sieht man auf der linken Seite den Bahnwanderweg, der dann hinter dem bewaldeten Gipfel der
Weinzettlwand verschwindet.
Abbildung 16: Die Weinzettlwand vom 20-Schilling-Blick aus gesehen.
Entlang dieses Waldwegs fanden wir immer wieder Tafeln von Pflanzen, die man sich an diesen Stellen ansehen könnte.
Wir waren uns allerdings ziemlich sicher, dass diese Pflanzen hier nicht mehr wachsen würden oder zumindest gerade jetzt
nicht sichtbar wären. So sah beispielsweise die Silberbart-Distel (Achtung! Erfundener Gewächsname) aus wie eine
stinknormale Föhre. Wir meinten, dass die Distel heuer besonders hoch wachsen würde. Und so hatten auch wir
Anti-Botaniker unseren Spaß. Vor allem beim Erfinden neuer Pflanzennamen. So entstanden bei dieser Wanderung
das Hotzenplotz-Kraut oder die gemeine Langzehen-Nessel.
Nach einer Weile kamen wir dann beim Grand Semmering vorbei.
Da fiel mir ein, dass wir die Aussichtswarte
am Doppelreiterkogel ausgelassen hatten. Wenn man den Bahnwanderweg vom Semmering weg geht, dann fällt einem
die Abzweigung zu dieser Warte sofort auf. In der Richtung, in der wir unterwegs waren, war die Abzweigung
etwas unscheinbar und wir merkten das erst, als wir eigentlich dran vorbei waren. Also machten wir noch den
Abstecher zu dieser Warte, wo man den Kreuzberg und die dahinter liegenden Berge wie Rax und Schneeberg noch einmal
sehr schön sehen konnte. (Ein Panoramabild dazu gibt es hier.)
Aber es eröffnete sich auch ein schöner Blick auf
den Sonnwendstein.
Abbildung 17: Der Sonnwendstein von der Warte auf dem Doppelreiterkogel
Auf dem Weg zurück kamen wir dann wieder am
Grand Semmering vorbei. Und diesmal hatten wir Zeit, es in voller Pracht zu bewundern. Da rätselten wir auch wieder über den Zustand dieses
Hotels. Einige Balkone waren nicht sehr vertrauenswürdig. Ein paar Fenster am Dachboden waren nur notdürftig
mit Brettern zugelehnt. Aber andere Stellen schauten eigentlich wieder recht gut aus.
Danach ging es durch ein kurzes Waldstück wieder hinaus auf die Wolfsbergkogel-Straße und dann in weiterer Folge
zum Bahnhof Wolfsbergkogel. Hier gefällt mir besonders, dass mitten im Ort die Hinweistafeln stehen, wohin man gehen muss, um in
Richtung Bruck
an der Mur oder in Richtung Wien mit der Bahn zu fahren.
Dort begegneten wir auch der berüchtigten Eichkatzerl-Bande, die an diesem Bahnhof ihr Unwesen treibt.
Abbildung 18: Die Eichkatzerl-Bande vom Bahnhof Wolfsbergkogel
Nach dem Bahnhof Wolfsbergkogel marschierten wir noch einmal kurz unterhalb der Bahnstrecke im Wald.
Durch eine Unterführung ging es dann unter der Bahnstrecke durch und wir befanden uns quasi auf der Zielgeraden:
Neben der Bahnstrecke bzw. knapp oberhalb verlief der Weg in Richtung Bahnhof Semmering. Dabei kamen wir noch
am Kinderspielplatz vorbei, der sich seit
meiner Wanderung vom März 2014 nicht verändert hat.
Am Ende unserer Wanderung spürte ich schon ziemlich meine Ringzehen wieder. Obwohl ich meine Wanderschuhe seit der letzten
Wanderung dehnen habe lassen und
sie seit dem auch noch sehr robuste Spreizer drinnen hatten, waren meine Zehen wieder beleidigt. Es wird also Zeit mir nach
langer Zeit wieder mal neue Wanderschuhe zuzulegen.
Abschließend holten wir uns am Bahnhof vom Semmering noch schnell Tickets vom Automaten für den nächsten Zug, der ein paar
Minuten nach unserer Ankunft um 17:35 Uhr einfahren sollte. Als ich danach dann genauer meine Fahrtroute überprüfte, merkte ich,
dass ich zunächst vom Semmering nach Wiener Neustadt fahren und dann etwas warten hätte müssen, um wieder einen Zug von Wiener
Neustadt nach Pottschach zurück zu nehmen. Im Endeffekt wäre ich in Pottschach zur gleichen Zeit angekommen, wie
Christian in Wien. Ich hatte mir gedacht, dass ich in Payerbach umsteigen hätte können. Da dem aber nicht so war,
ließ ich mich von Verena abholen.
Somit stieg Christian alleine in den Zug ein und wir hatten nur mehr wenig Zeit uns voneinander zu verabschieden.
Ich wanderte noch ein wenig Verena auf der Straße entgegen. Somit endete
ein wunderbarer Wandertag.
Ort | Zeit | Dauer Abschnitt |
km Abschnitt |
km/h Abschnitt |
Dauer Gesamt |
km Gesamt |
km/h Gesamt |
Payerbach Bahnhof 498 m |
09:15 | - | - | - | - | - | - |
Stojer-Höhe 815 m |
10:25 | 1 h 10 m | 3,27 | 2,80 | 1 h 10 m | 3,27 | 2,80 |
Speckbacherhütte Ankunft 1089 m |
11:45 | 1 h 20 m | 3,05 | 2,29 | 2 h 30 m | 6,32 | 2,53 |
Speckbacherhütte Aufbruch 1089 m |
12:50 | - | - | - | 2 h 30 m | 6,32 | 2,53 |
Blunzenwirt Ankunft 740 m |
14:00 | 1 h 10 m | 2,83 | 2,43 | 3 h 40 m | 9,15 | 2,50 |
Blunzenwirt Aufbruch 740 m |
14:40 | - | - | - | 3 h 40 m | 9,15 | 2,50 |
Semmering Bahnhof 920 m |
17:35 | 2 h 55 m | 8,85 | 3,04 | 6 h 35 m | 18,00 | 2,73 |
Ort | Zeit | Dauer Abschnitt |
km Abschnitt |
km/h Abschnitt |
Dauer Gesamt |
km Gesamt |
km/h Gesamt |
Payerbach Bahnhof 498 m |
09:15 | - | - | - | - | - | - |
Stojer-Höhe 815 m |
10:25 | 1 h 10 m | 3,30 | 2,83 | 1 h 10 m | 3,30 | 2,83 |
Speckbacherhütte Ankunft 1089 m |
11:45 | 1 h 20 m | 3,08 | 2,31 | 2 h 30 m | 6,38 | 2,55 |
Speckbacherhütte Aufbruch 1089 m |
12:50 | - | - | - | 2 h 30 m | 6,38 | 2,55 |
Blunzenwirt Ankunft 740 m |
14:00 | 1 h 10 m | 2,87 | 2,46 | 3 h 40 m | 9,26 | 2,53 |
Blunzenwirt Aufbruch 740 m |
14:40 | - | - | - | 3 h 40 m | 9,26 | 2,53 |
Semmering Bahnhof 920 m |
17:35 | 2 h 55 m | 8,91 | 3,06 | 6 h 35 m | 18,17 | 2,76 |
Das Wetter war ein Traum an diesem Tag. Die Strecke von Payerbach über die Stojer-Höhe hinauf auf die
Speckbacherhütte gehe ich auch immer wieder gerne, obwohl auf der Straße bis zur Abzweigung hin zur
Stojer-Höhe von Jahr zu Jahr immer mehr Verkehr zu sein scheint. Aber dann befindet man sich sowieso lange nicht mehr
auf der Straße.
Den Bahnwanderweg bin ich auch noch nie in dieser Länge gegangen. Ich bin früher immer schon beim Fußballplatz von
Breitenstein auf die Straße gekommen und habe somit das Ghega-Museum immer ausgespart.
Es war mal interessant auch das Kalte-Rinne-Viadukt zu sehen. Den Wanderweg kann ich
natürlich auch hinauf zum Semmering empfehlen. Es geht halt in Summe mehr bergauf und man hat hauptsächlich
Gegenverkehr. Es kann halt dann nur schwieriger werden am Semmering einen Zug zu bekommen.